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Projekt-ID 361
Der Konsum von Tabak- und Nikotinprodukten ist unter jungen Leuten in der Schweiz verbreitet; gleichzeitig ist die Instant-Messaging-Plattform WhatsApp die am häufigsten genutzte Smartphone-Anwendung in dieser Bevölkerungsgruppe. WhatsApp ist daher ein vielversprechender Kommunikationskanal, um den Ausstieg aus Tabak- und Nikotinprodukten bei jungen Leuten zu unterstützen.
In den Jahren 2022-2024 wurde im Rahmen des kantonalen Tabak- und Nikotinpräventionsprogramms Zürich zusammen mit weiteren Kantonen ein WhatsApp-basiertes Programm zur Förderung des Rauchausstiegs entwickelt und in einer Pilotstudie auf Machbarkeit, Akzeptanz und Wirksamkeit untersucht. Die Ergebnisse zeigten eine hohe Akzeptanz bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie eine Reduktion von Konsummenge und -häufigkeit. Das optimierte Programm NicotineFreeCoach richtet sich an Nikotinkonsumierende im Alter von 16–30 Jahren, einschließlich Konsumierender von Vapes, Snus oder mehreren Nikotinprodukten.
Ab Ende 2025 und für einen begrenzten Zeitraum von ca. 12 Monaten sollen sich die Promotionsaktivitäten gezielt auf Nikotinkonsumierende richten, welche zur Teilnahme an einer Studie zur Überprüfung der Wirksamkeit des neu entwickelten Programms eingeladen werden. Studieninteressierte werden darüber informiert, dass sie bei Teilnahme per Zufall einer Interventionsgruppe mit Programmteilnahme oder einer Wartelisten-Kontrollgruppe zugewiesen werden und dass Befragungen bei Studienbeginn sowie nach 3 und 6 Monaten stattfinden. Teilnehmende der Interventionsgruppe erhalten für einen Zeitraum von 3 Monaten via WhatsApp Coachinginhalte, welche basierend auf deren Konsumziel, den konsumierten Produkten, den individuellen Versuchungssituationen, Stressoren und persönlich relevanten Vor- und Nachteilen des Konsums individualisiert sind. Bei Bedarf können Sie im Programm jederzeit 24/7 selbst Tipps und Strategien zum Umgang mit verschiedenen Stressoren und Versuchungssituationen, zur Motivation oder zum Umgang mit Craving und Entzugserscheinungen abrufen. Eine Fachperson aus dem Beratungsteam von stopsmoking.ch steht ihnen für die Programmlaufzeit zur Verfügung und beantwortet über einen separaten WhatsApp-Kanal individuelle Fragen. Teilnehmende einer Kontrollgruppe haben zunächst nicht die Möglichkeit, am Programm teilzunehmen, werden aber nach Abschluss der 6-Monatsbefragung zur Teilnahme am Programm eingeladen.
Hauptergebnisvariable der Studie ist die 7-Tages-Prävalenz des Nikotinkonsums bei der Nachbefragung nach 6 Monaten. Es wird von einer Rate Nikotinabstinenter von 10% in der Interventionsgruppe und von 5% in der Kontrollgruppe ausgegangen. Um einen Interventionseffekt in dieser Grösse statistisch nachzuweisen sind ca. 870 Studienteilnehmende erforderlich. Sekundäre Ergebnisvariablen der Studie bilden die einzelnen konsumierten Nikotinprodukte, deren Menge und Häufigkeit, die subjektiv erfasste Lebensqualität sowie die Motivation und Selbstwirksamkeit mit dem Nikotinkonsum aufzuhören oder diesen zu reduzieren.
Neben den Ergebnisvariablen wird die Beteiligung am Programm (z.B. Dauer, Anzahl Interaktionen) analysiert und in Beziehung mit einer möglichen Programmwirksamkeit gesetzt. Ausserdem werden Aspekte einer möglichen Integration des Programms in das Beratungsangebot von stopsmoking.ch eruiert. Die Ergebnisse der Studie werden in wissenschaftlichen Publikationen, auf Fachtagungen sowie via soziale Medien auf nationaler und internationaler Ebene verbreitet.
01.09.2025 bis 31.12.2027
325 657 Franken
Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung ISGF
Dr. Severin Haug
Konradstrasse 32
8005 Zürich
severin.haug@isgf.uzh.ch